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sf.tv: Druckversuche im Luzerner Wahlkampf

Im zweiten Wahlgang um den fünften Sitz im Luzerner Stadtrat ist einer der beiden Kandidaten offenbar unter Druck gesetzt worden. Beat Stocker hat seine Kandidatur kurzfristig zurückgezogen. Laut «Schweiz aktuell» wurde er offenbar nicht nur vom Luzerner Stadtpräsidenten zum Rückzug der Kandidatur gedrängt.

Die 4 bisherigen Stadträte in Luzern wurden am letzten Sonntag erfolgreich bestätigt. Der 5. Sitz für den abtretenden Finanzvorsteher Franz Müller/CVP blieb noch unbesetzt. Der Kronfavorit der CVP, der Littauer Gemeindeammann Stefan Roth, verpasste das absolute Mehr um lediglich 96 Stimmen. Auf den 7. Rang kam der Parteilose Beat Stocker, ebenfalls aus dem neuen Stadtteil Littau, mit 4000 Stimmen Rückstand auf seinen Gemeinderatskollegen.

Beat Stocker wollte es trotzdem nochmals wissen und verkündete in einer Medienmitteilung am letzten Dienstag: «Nach Auswertung der Resultate des ersten Wahlganges habe ich den Entscheid getroffen, mich für den 2. Wahlgang zur Verfügung zu stellen…» und weiter «…ein für mich nicht zu erwartendes positives Echo aus der Bevölkerung, doch unbedingt am 2. Wahlgang mitzumachen, haben mich zu diesem Entschluss bewogen.»

Der überraschende Rückzug

Überraschend kommt es doch nicht soweit. Weniger als 24 Stunden später und nur gerade eine Stunde vor der offiziellen Meldefrist zieht Stocker seine Kandidatur zurück. In «Schweiz aktuell» erklärte er am Donnerstag zu seinen Beweggründen: «Ich bin auch angegangen worden, zum Teil heftig, zum Teil auch unfair, ich muss aber auch sagen nicht von Littau, ausschliesslich von der Stadt Luzern, und schlussendlich hat mich dies dazu bewogen auf diesen Entscheid zurückzukommen und auch der Familie zuliebe meine Kandidatur zurückzuziehen.»

Was führte zu dieser Kehrtwende?

«Schweiz Aktuell» weiss, die mögliche Kandidatur des parteilosen Beat Stocker für den 2. Wahlgang war Thema sowohl an der Stadtrats-Sitzung in Luzern, als auch an der Gemeinderatssitzung in Littau am Mittwochvormittag. Beide Sitzungen wurden deswegen sogar unterbrochen.

Stadtpräsident Urs W Studer (parteilos) telefonierte in dieser Unterbrechung mit dem Littauer Gemeindepräsident Josef Wicki (FDP). Wicki bestätigt diesen Anruf, er selber habe aber keinen Druck auf Beat Stocker ausgeübt.

Wurde Druck ausgeübt?

Urs Studer, Stadtpräsident von Luzern sagte dazu gegenüber «Schweiz aktuell» am Donnerstag: «Ich habe Beat Stocker gesagt, der Entscheid liege natürlich absolut bei ihm. Er nehme ein demokratisches Recht war, falls er nochmals antreten würde. Aber aus geschäftlichen, politischen aber auch familiären Überlegungen, bin ich der Meinung, dies ist ein hoffnungsloses Unterfangen.» Und weiter «ich kann mir vorstellen, dass unter Umständen noch andere – andere Leute aus der CVP oder weiss ich aus welchen Motiven – auch noch Druck auf Ihn ausgeübt haben.»

Beat Stocker gab dem Druck nach und zog seine Kandidatur zurück, er spricht vom schwärzesten Tag seines Lebens. Der Wunschkandidat der Stadtregierung, der Littauer CVP-Gemeindeammann Stefan Roth, zieht in stiller Wahl als erster Littauer Vertreter in die fusionierte Stadtregierung.

«Eine gefährliche Aktion»

In einer Einschätzung meint Politexperte Ivan Rickenbacher dazu: «Es ist schon eine aussergewöhnliche Massnahme von einem Stadtpräsidenten, auch wenn seine Beweggründe nachvollziehbar sind. Er hätte gerne eine Vertretung von Littau und der CVP – die doch einen erheblichen Anteil im Parlament stellt – in der Stadtregierung gehabt, um besser regieren zu können. Das ist wirklich eine gefährliche Aktion.»

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