Der Mittelstand profitiert nicht vom überdurchschnittlichen Wachstum, darum ja zur Nachhaltigkeitsinitiative
Der Kanton Luzern ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Dieses Wachstum hat uns Chancen beschert, jedoch auch viele Nachteile für den Mittelstand gebracht. Mehr Menschen, mehr Verkehr, mehr Druck auf unsere Landschaft. Auch der Druck auf Schulen, Familien und Landwirtschaft nimmt stetig zu. Das sind Realitäten, die wir nicht einfach ausblenden dürfen. Wer ehrlich ist, sieht: So wie bisher kann es nicht endlos weitergehen.
Die Politik hatte genug Zeit, Massnahmen zu entwickeln, um den negativen Folgen entgegenzuwirken. Geschehen ist nichts, denn die selbsternannte Elite profitiert von diesem Wachstum. Der Mittelstand hingegen bleibt auf der Strecke.
Da in den letzten Jahren die Wirtschaftsleistung (BIP) pro Kopf stagniert oder sogar gesunken ist, profitiert der Durchschnittsbürger nicht von diesem Wachstum. Genau hier setzt die Nachhaltigkeitsinitiative an. Sie verlangt keinen Stillstand, sondern Verantwortung. Verantwortung dafür, dass unser Wachstum nicht auf Kosten unserer Lebensqualität geht und dass auch künftige Generationen in einem lebenswerten Luzern wohnen können.
Was nützt uns wirtschaftlicher Erfolg, wenn gleichzeitig die Mieten explodieren, die Natur verschwindet und unsere Infrastruktur an ihre Grenzen stösst? Wachstum um jeden Preis ist kein langfristiges und nachhaltiges Erfolgsmodell.
Die Nachhaltigkeitsinitiative gibt uns einen klaren Rahmen. Sie zwingt die Politik, genauer hinzuschauen, Prioritäten zu setzen und nachhaltiger zu planen. Das ist kein Angriff auf die Wirtschaft, im Gegenteil: Eine stabile, planbare Entwicklung liegt auch im Interesse der Unternehmen. Sie schafft Verlässlichkeit statt Überhitzung.
Darum ein deutliches Ja zur Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“.
Martin Wicki, Malters
Präsident SVP Kanton Luzern
