Die eigentliche Gefahr noch rechtzeitig erkennen!
Gewisse Gegner der Neutralitätsinitiative werfen deren Befürwortern u.a. vor, „Putinfreunde“ zu sein. Dies ist eine infame Beleidigung und zudem ist die Haltung dieser Leute punkto Neutralität nicht objektiv. – Wenn die Schweiz gegen Russland als Aggressor der Ukraine Sanktionen ergriffen hat, müsste sie es z. B. auch gegen die USA und Israel tun, die den Iran bzw. Libanon als souveräne Staaten attackiert haben, ohne dass sie vorher militärisch von Letzteren angegriffen wurden. Auch in diesen Fällen wurde und wird das Völkerrecht verletzt.
Eine Neutralität nach Gutdünken von Politik und Wirtschaft ist aber total unglaubwürdig und erst noch gefährlich. Hätten wir das schon gegen Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg gemacht, gäbe es die Schweiz in der heutigen Form leider kaum mehr! – Sanktionen sind auch eine Waffe, weil sie immer die unschuldige Zivilbevölkerung am meisten treffen! – Hilfe an zivile Opfer eines Krieges durch Hilfsorganisationen wie z. B. das Schweizerische Rote Kreuz werden durch Parteinahme in einem Konflikt stark erschwert. – Indem wir die Neutralität in der Bundesverfassung klar verankern, entziehen wir sie der Interpretation durch launische, willfährige und abhängige Politiker.
Leute, die der NATO beitreten wollen, sollen doch so ehrlich sein und zugeben, dass sie eh gegen die am Wiener Kongress 1815 beschlossene immerwährende, bewaffnete, umfassende Neutralität der Schweiz sind. – Da die momentanen Kriege in der Ukraine, Nahost, Iran und anderswo plötzlich eskalieren könnten, wäre die Mehrheit des Schweizer Souveräns im eigenen Interesse aber gut beraten, zur Neutralitätsinitiative am 27. Sept. Ja zu sagen!
Robert Furrer, Oberkirch
