Sempachertag 2026: Politik, Gemeinschaft und klare Botschaften
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Gastreferent Lukas Reimann. Der St. Galler Nationalrat brachte das neue Vertragswerk zwischen der Schweiz und der EU gleich physisch mit: drei prall gefüllte, mit zahlreichen Post-it versehenen Bundesordner…..

Am Freitag, 11. September 2026 fand in Sempach der traditionelle Sempachertag der SVP Kanton Luzern statt. Organisiert wurde der Anlass vom SVP Wahlkreis Sursee. Knapp 100 Gäste folgten der Einladung und erlebten einen geselligen Abend mit politischen Standortbestimmungen, einem feinen Nachtessen und einer attraktiven Tombola.
Gleich vier Persönlichkeiten traten ans Rednerpult: Martin Wicki, Präsident der SVP Kanton Luzern, Regierungspräsident Dr. Armin Hartmann, Nationalrätin Vroni Thalmann-Bieri sowie der St. Galler Nationalrat Lukas Reimann.
Freiheit und Selbstbestimmung als verbindende Werte
Martin Wicki stellte in seinem Grusswort die historische Bedeutung Sempachs ins Zentrum. Die Ereignisse von vor 640 Jahren stünden sinnbildlich für Freiheit, Selbstbestimmung und die Bereitschaft, Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen. Diese Werte hätten auch heute nichts an Aktualität verloren.
Mit Blick auf die Beziehungen zur Europäischen Union betonte Wicki, dass gute Beziehungen und Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn wichtig seien. Gleichzeitig müsse die Schweiz ihre politischen Entscheide weiterhin eigenständig treffen können. Freiheit bedeute dabei immer auch Verantwortung – für das Land, die Familien, die kommenden Generationen sowie für Gemeinden und Kantone.
Regierungsverantwortung und Blick auf die Wahlen 2027
Regierungspräsident Dr. Armin Hartmann bezeichnete den Sempachertag als wichtigen Treffpunkt für politische Standortbestimmung, persönlichen Austausch und Gemeinschaft. Im Zentrum seiner Rede stand die Rolle der SVP als Regierungspartei. Regierungsverantwortung bedeute, Verantwortung zu tragen und den Kanton aktiv mitzugestalten.
Hartmann sprach sich unter anderem für tiefe Steuern, weniger Bürokratie, gute Rahmenbedingungen für Gewerbe und Landwirtschaft sowie eine starke Gesundheitsgrundversorgung aus. In der Bildungspolitik forderte er einen stärkeren Fokus auf Lesen, Schreiben und Rechnen sowie eine Stärkung der dualen Berufsbildung. Mit Blick auf die kantonalen Wahlen 2027 rief er die Parteibasis zu einem engagierten Wahlkampf auf.
Gesundheit, Eigenverantwortung und direkte Demokratie
Nationalrätin Vroni Thalmann-Bieri setzte in ihrer Rede Schwerpunkte beim Gesundheitswesen, bei der Bürokratie, der Neutralität und der direkten Demokratie. Das Schweizer Gesundheitswesen bezeichnete sie als einstigen «Stolz der Nation», der heute zunehmend unter steigenden Kosten und wachsender Regulierung leide. Angesichts höherer Krankenkassenprämien forderte sie kostendämpfende Massnahmen, die Leistungserbringer, Versicherer sowie Patientinnen und Patienten in die Verantwortung nehmen. Gleichzeitig müsse eine gut erreichbare medizinische Grund- und Notfallversorgung gewährleistet bleiben. Kritisch äusserte sie sich auch zur zunehmenden staatlichen Regulierung und zur Verlagerung politischer Entscheidungskompetenzen. Freiheit, Selbstbestimmung, Neutralität und Eigenverantwortung seien für sie zentrale Grundlagen einer starken und eigenständigen Schweiz.
Drei Bundesordner zum EU-Vertragswerk
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Gastreferent Lukas Reimann. Der St. Galler Nationalrat brachte das neue Vertragswerk zwischen der Schweiz und der EU gleich physisch mit: drei prall gefüllte, mit zahlreichen Post-it versehenen Bundesordner.
Reimann zeigte anhand konkreter Beispiele auf, welche Auswirkungen das Vertragswerk aus seiner Sicht auf Bund, Kantone, Gemeinden, Sozialhilfe oder Unternehmen mit Staatsgarantien haben könnte. Er wies darauf hin, dass das Paket 94 EU-Rechtsakte betreffe, Anpassungen an 36 Bundesgesetzen vorsehe und drei neue Bundesgesetze erforderlich mache. Besonders kritisch beurteilte er, dass für ein derart weitreichendes Vorhaben kein obligatorisches Ständemehr vorgesehen sei. Zudem warnte er vor einer zunehmenden Vereinheitlichung innerhalb Europas zulasten unterschiedlicher nationaler Stärken und Rahmenbedingungen.
Den geselligen Rahmen bildeten ein gemeinsames Nachtessen und die Tombola. Zum Abschluss dankte Marcel Häberli allen Teilnehmenden, Helferinnen und Helfern, Unterstützern sowie Sponsoren. So nahm wohl jeder etwas aus Sempach mit nach Hause. Eine Botschaft im Herzen, ein gutes Gefühl im Bauch oder einen Gewinn in den Händen.












